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Kultur
03. Sep. 2010 10:44 Uhr
Reinhard Mey hätte seine wahre Freude an Mick Thomas gehabt


Von Andrea Gerstenberger

Hameln. Fünf jeweils lautstark und lang erbettelte Zugaben – wenn es nach dem Publikum gegangen wäre, stünde Mick Thomas wohl immer noch auf der Bühne der Sumpfblume. Der Australier spielt den guten alten klassischen Folkrock. In Hameln begleitet ihn sein musikalischer Weggefährte Michael Barclay. Mit ihm präsentierte er die Songs vom Live-Album „No Shave til Munich“, das beide 2009 in Deutschland aufgenommen haben. Zwei Männer, eine Gitarre, die von einem zum anderen gereicht wird. Dazu eine Mandoline und eine Cajon, auf der Michael Barclay saß. Mehr braucht es einen Abend nicht für ein gutes „Stück Musik von Hand gemacht, noch von einem richtigen Menschen mit dem Kopf erdacht, mit einer Gitarre, die wie eine Gitarre klingt, und einer Stimme, die sich anhört, als ob da einer singt.“ Reinhard Mey hätte seine wahre Freude daran gehabt. Leider hatte nur eine handverlesene Schar Hamelner den Spaß, der deutlich mehr Zuhörer verdient hätte.
 „Das hat mir sehr gut gefallen.“, urteilte Konzertbesucher Frank Lorenz und nahm eine signierte CD mit nach Hause. Mick Thomas, der Sänger und Songwriter aus Down Under, gilt als Geheimtipp in Europa. In seiner Heimat bringt der Meister des Folkrock jeden großen Saal zum Kochen. Hier sucht und genießt der Vollblutmusiker in kleinen Clubs den engen Kontakt zum Publikum. Er mischt sich in der Pause und hinterher unters Volk. Auf der Bühne ist er ein „Storyteller“, stimmlich in den Balladen an John Denver erinnernd, der mit einladenden Melodien vom Leben im Outback erzählt. Mal zum Träumen, im zweiten Teil dann aber mit jenem satten Rock, der einfach mitreißt und Lust auf ein Wiederhören macht.



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